00:42 Ach, wie habe ich die Marokkaner gefeiert für ihre Kultur vom Wohnen bis zur Kulinarik bei einem Projekt namens „Wohnform“, das damals in der Hochschule eine engagierte Lehrbeauftragte aus dem Iran geleitet hat. So galt mir das Eingießen des Tees dabei als sinnbildliches Beispiel für deren Auffassung vom Leben. So einfach und doch so sinnlich. Wie den Tee will ich ähnlich mit Worten die Gefäße, den Kopf, befüllen. Von ganz weit oben von der Tonleiter sollen die Silben elegant hinabgleiten, der Schwerkraft folgend, mit einem Crescendo am Boden ankommend. Ah, wie das prickelt – wie das zischt. Wir leben viel zu kurz, um uns mit Banalitäten abspeisen zu lassen. Ob Essen, Trinken oder anderes was wir konsumieren oder mit dem wir uns umgeben. Die Intensität mit der ich die Dinge wahrnehmen möchte, sollen so sein, wie das Gefühl, das ich hatte, als ich die erste Pizza Margarita meines Lebens anbiss. So etwas einfaches und doch so köstliches hatte ich bis dato nicht gegessen. Ich teilte sie mir damals mit einem Freund am Ende eines Klassenausflugs der Grundschule. Die Erinnerung ist noch da. Die Pizzeria aber nicht mehr. Sie brannte ab und wurde nie wieder eröffnet.
So ist es mit den guten Dingen. Viele sind nur noch in unserer Erinnerung wach. Und manche kommen aus ihr wieder hervor und werden vielleicht weitergereicht an die nächste Generation. Nüchtern betrachtet bestehen wir zwar aus einer kohlenstoffbasierten Lebensform mit der Zugabe von Wasser und geringen Mengen von Salzen. Aber ist nicht die reine Vernunft auch gewürzt mit ein bißchen Ma(g)gi(e)?


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