11:46 Auf dem Exkurs an den Rändern der Grenzen ist sie oftmals das einzige Sicherungsseil, das einem vor dem Abgrund bewahrt: Die Disziplin.
Vielleicht wird sie manchmal verachtet und als spießig abgetan, weil man sich die große Freiheit einräumen will, zu tun worauf man Lust hat, nämlich dass, was einen das Ego sagt. Nicht dass das Ego schlecht ist. Oder zu tun und zu lassen wonach einem ist. Also sich die Rosinen aus dem Leben herauszupicken. Mit diesem Lifestyle, der propagiert wird, wären wir wunderbar integriert in diese Gesellschaft. Und doch gibt es da etwas, das sich darüber stellt, ja fast schon wie eine religiöse Aufgabe.
In einem Buch, das ich in der Schweiz in meiner Unterkunft gefunden habe, las ich eine interessante Geschichte, während ich dort meine Diplomarbeit geschrieben habe. Da war das alte Bild des Lebens, ein Berg als Ziel, den es zu erklimmen galt. Und wenn man den Berg bezwungen hat, hatte man Aussicht auf all die anderen Berggipfel. Heute ist das Bild, dass einem die durchlaufene Schule vermittelt, die eines Meers. Endlos, ohne wirkliche Fixpunkte, die man als nächstes anstreben könnte. Nur Horizont.
Zurück zur Disziplin. Wer großes erreichen will, der sich hohe Ziele steckt, wird ohne sie nicht weit kommen. Unsere ganze Zivilisation beruht darauf, auf beharrlich der Natur abgerungenen Erkenntnissen mit einer solchen Einstellung. Berechtigte Frage: Wo hat uns das hingeführt? Aufs Meer? Ich mag es nicht zu beantworten. Geht es hierbei hauptsächlich um das rationale Denken, was das betrifft. Und ob der Fortschritt ein Fortschritt ist oder sich daran immer mehr die Geister scheiden. Doch diese Methode ist ein hohes Gut, das es zu erkennen gilt. Wer weiss was uns die Zukunft noch bringt? Auf jeden Fall sind es nicht die Leute, die schon immer alles gewusst haben.
Und vielleicht kommt bald die Nachricht: „Land in Sicht, singt der Wind in mein Herz, die lange Reise ist vorbei.“


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