Poesie und Revolte

zum Blog –>

Zeit für einen Kaffee

Bild von oben auf eine weisse Kaffeetasse. Auf dem Holztisch danebenDrehzeug und ein kurioser pinker Kugelschreiber

14:46 Für viele unentbehrlich um morgens überhaupt zu funktionieren und um sich ernsteren Themen zu widmen, als sich für den Tag fertig zu machen. Es ist das Schmiermittel einer ganzen Gesellschaft: die Tasse Kaffee. Ob morgens Zuhause oder unterwegs als soziales Happening mit neuen oder bekannten Leuten. Es ist so universel einsetzbar und dabei wie ein Pflaster für die Seele der gestressten Großstädter. Er wirkt anregend, macht wach, ist ein komplexes Geschackserlebnis aus Röstaromen und Säuren. Er ist sogar für manche so potent, dass sie am Nachmittag keinen mehr trinken wagen, weil sie dann nicht einschlafen können am Abend.

Aber hier noch eine kleine Anekdote aus einer Lehrstunde mit einem Professor, der aus welchen Anlass auch immer (es ging auf jeden Fall ums Gestalten) sagte, dass die Spinne für die Wissenschaft ein sehr interessantes Tier ist, mit dem Netz, das sie webt. So hat die NASA der Spinne allerlei Drogen gegeben, von Heroin, LSD, Cocain, THC usw. Jedesmal brachten die Spinnen ein mehr oder weniger gutes Netz zustande und die Strukturen, die sichtbar wurden, waren aussagekräftig über die Wirkung der Droge auf den Organismus des Insekts. Aber eine Droge, die am auffälligsten war, war – Koffein. Das Netz hat mehr wie ein löchriger Socken ausgesehen.

Was soll uns das sagen? Sollen wir lieber, wenn wir schlapp sind, uns LSD oder Speed reinziehen, anstatt sich eine Kaffeepause zu gönnen? Wären wir damit nicht viel kreativer und produktiver, als wie ein tröger Espressojunkie? Wir sind ja soweit über Microdosing von LSD zu diskutieren für die Leute, die in der Medien- und Kreativtätsbranche arbeiten. Oder auch bei Fällen von Depression, die immer mehr Menschen erwischt. Könnten wir so das Wirtschaftswachstum wieder ankurbeln und uns am eigenen Schopfe aus der Scheiße ziehen? Vielleicht nicht mit dem Hausfrauenprinzip „Viel hilft viel“, aber ein bisschen prall würde vielen Leuten gut stehen. Wir sollten eh übergehen, den Wohlstand nicht am Bruttosozialprodukt zu messen, denn bei einem buthanischen Bruttonationalglück wäre der Effekt wohlmöglich sogar messbar. Die Cannabislegalisierung ist ja schon mal ein Anfang. Jetzt fehlt nur noch der Beweis, dass Deutschland noch geiler geworden ist dadurch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert