Blog von Josef R. Lehner

„Ich bin nun ganz eingeschifft auf die Woge der Welt – voll entschlossen: zu entdecken, gewinnen, streiten, scheitern, oder mich mit aller Ladung in die Luft zu sprengen.“
– Johann Wolfgang von Goethe, Dichter Denker–
Blog news
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Eine hormonische Beziehung

13:58 Eine Frage wirft sich mir auf: sind wir wirklich die, die alles lenken oder ist es nur ein Trugschluss, wir hätten die Kontrolle? Subjektiv ja, sonst würden wir es nicht immer behaupten oder es anstreben. Aber ein Beispiel. Nehmen wir mal an, wir wollen zu einer Gruppe gehören, weil wir eben soziale Wesen sind. Da passen wir uns schnell mal an, um dazuzugehören. Oder es ist ein Konflikt und wir sind Harmonie bedürftig. Schnell ordnet man sich ein, um erst garnicht erst abgewiesen zu werden. Ja, ja, „Harmonie ist eine Strategie“ höre ich da Tocotronic singen. Harmonisch. Oder doch…
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Durch die Blume

13:45 Er ist wieder da. Der Tag der Verliebten. Lasst Blumen sprechen. Es wäre so einfach. Aber ist es nicht. Oberflächlich eine gute Idee, doch wenn man seine Brille aufsetzt, hat es einen fahlen Geschmack. Nicht nur dass die Liebe kommerzialisiert wird, weil es der umsatzstärkste Tag der Blumenindustrie ist, nein der Geliebten, die man mit roten gleichförmigen Stielrosen überhäuft, schenkt man gleichzeitig ein schlechtes Gewissen dafür, dass sie in Afrika unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt wurden. Über den Pestizid Einsatz und die Verschwendung von Grundwasser brauchen wir nicht reden. Die Lieferkette und aufgewandte Logistik ebenso. Und da ist noch die…
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Neues Lieblingswerkzeug

23:12 Ich habe heute wieder etwas neues gelernt. Nämlich manche Dinge nicht persönlich zu nehmen. Darauf bin ich gekommen, als ich die Tage ein kurzes Video von Jonathan Meese gesehen habe. Der Inhalt war mir bekannt. Er ging durch seine Bibliothek, strich über die Seiten der Bücher und sagte, er brauche das nicht explizit zu lesen, er habe das alles schon verinnerlicht oder so. Dann hält er seine Nase zwischen die Seiten und riecht daran. Das war mir nicht neu, sondern bereits bekannt, wie er die Sache sieht. Aber dann die wichtige Notiz: viele Leute machen den Fehler, dass sie…
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Auf der Sonnenseite

23:50 Es ist nicht gerade mein Thema. Und für meinen Hauttyp wird’s schnell brenzlig. Deshalb halte ich mich so gut wie möglich von ihr fern – dem „Glutmuckl“. Das es auch anders geht, beweist mir immer wieder eine Freundin. Die Auswahl an Mittelchen, die sie für das Sonnen hat, ob für davor, währenddessen oder danach, übersteigt meinen Fundus bei weiten. Aber nicht schwer. Weil ich gar nichts dergleichen habe. An meine Haut kommt eben nur Wasser und „ungebrochene Wellen“. Photonenwellen. Ich mag es eben pur. Und bin dabei lieber im Schatten. Ich ziehe die Parallele zu den Pflanzen: wäre der…
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Immer mehr davon

11:46 Auf dem Exkurs an den Rändern der Grenzen ist sie oftmals das einzige Sicherungsseil, das einem vor dem Abgrund bewahrt: Die Disziplin. Vielleicht wird sie manchmal verachtet und als spießig abgetan, weil man sich die große Freiheit einräumen will, zu tun worauf man Lust hat, nämlich dass, was einen das Ego sagt. Nicht dass das Ego schlecht ist. Oder zu tun und zu lassen wonach einem ist. Also sich die Rosinen aus dem Leben herauszupicken. Mit diesem Lifestyle, der propagiert wird, wären wir wunderbar integriert in diese Gesellschaft. Und doch gibt es da etwas, das sich darüber stellt, ja…
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Im hohen Bogen

00:42 Ach, wie habe ich die Marokkaner gefeiert für ihre Kultur vom Wohnen bis zur Kulinarik bei einem Projekt namens „Wohnform“, das damals in der Hochschule eine engagierte Lehrbeauftragte aus dem Iran geleitet hat. So galt mir das Eingießen des Tees dabei als sinnbildliches Beispiel für deren Auffassung vom Leben. So einfach und doch so sinnlich. Wie den Tee will ich ähnlich mit Worten die Gefäße, den Kopf, befüllen. Von ganz weit oben von der Tonleiter sollen die Silben elegant hinabgleiten, der Schwerkraft folgend, mit einem Crescendo am Boden ankommend. Ah, wie das prickelt – wie das zischt. Wir leben…
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Schon wieder den Farbfilm vergessen, Du Idiot?

17:09 Für den Sehenden ist es das Nonplusultra. Er kann das Leben zum Rausch machen. Und die Natur geizt dabei nicht mit ihren Eindrücken, was dies betrifft.Was es damit auf sich hat, ist nicht so ganz einfach zu erklären. Obwohl es sogar Theorien dazu gibt. Welche, mit denen man, wenn man sie anwendet, z.B. ein schönes Bild erzeugen kann. Aber wie hat einer meiner Gestaltungenprofessoren zitiert: „Theorie ist etwas für schwache Stunden.“ Johannes Itten sagte dies im Zusammenhang mit seiner Farbenlehre. Und meinte damit, dass die Entwicklung eines Gefühls für solch eine Aufgabe um Welten besser ist, als stumpfsinnig einem…
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Zeit für einen Kaffee

14:46 Für viele unentbehrlich um morgens überhaupt zu funktionieren und um sich ernsteren Themen zu widmen, als sich für den Tag fertig zu machen. Es ist das Schmiermittel einer ganzen Gesellschaft: die Tasse Kaffee. Ob morgens Zuhause oder unterwegs als soziales Happening mit neuen oder bekannten Leuten. Es ist so universel einsetzbar und dabei wie ein Pflaster für die Seele der gestressten Großstädter. Er wirkt anregend, macht wach, ist ein komplexes Geschackserlebnis aus Röstaromen und Säuren. Er ist sogar für manche so potent, dass sie am Nachmittag keinen mehr trinken wagen, weil sie dann nicht einschlafen können am Abend. Aber…
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Auf dem Weg nach unten

01:43 Es ist falsch den Wert von einem bei jemanden anderen zu suchen oder Bestätigung dafür zu bekommen. Was der andere sagt, ob es gut ist oder schlecht, wird nie die Realität in dir, das Gefühl was du für dich bist, ändern. Da kann der Fremde noch so fremd und der Freund noch so vertraut sein. Die Frage sich zu stellten „Was will mir das sagen?“, ist legitim. Aber die sollte nie zu Ungunsten deiner Selbst ausfallen. Denn wer ganz unten ist, hat niemanden anderen den man fragen kann, wer man selbst für sich ist, als man selbst. Und auf…

