Poesie und Revolte

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Abhängen im Fledermausland

16:30 Also dies Fledermäuse sind schon was ganz besonderes. Nicht nur dass sie nachtaktiv sind und sich mit Ultraschall orientieren, sie sind auch noch Säugetiere und können fliegen. Sehr mysteriös. Kein Wunder, dass sich allerlei Mythen um sie bilden. Man denke nur an Graf Dracula. Batman fällt mir auch noch ein. Ja, mir geben sie ein Rätsel auf, wie es mittels der Evolution gekommen ist, dass Fledermäuse fliegen können. Konnte ein Individuum auf ein Mal bissel fliegen, sich einen Vorteil dadurch verschaffen und sich somit durchsetzen am Ende? Ich habe keine große Ahnung von Darvins Evolutionstheorie. So einleuchtend sie einerseits ist, irgendwo hinkt sie in diesem Fall. Damals zumindest war sie so revolutionär, vor allem im Bezug auf die Kirche, dass Charles sie so lange zurück hielt, bis er jeden nur erdenklichen Einwand ausräumen konnte und alles mehrmals durchdacht hat, um sich sicher zu sein. 

Und was mich auch nachdenken lässt bezüglich Fledermäuse ist ein Erlebnis aus der Kindheit. Mein älterer Nachbar, der, der immer unter der Hainbuche saß, Zeitung las und dabei Weißbier trank, versorgte mich immer mit Literatur zu Naturkunde. Als er mich erwischt hatte, dass ich das Material zu Fledermäusen nicht gelesen habe, war er fast schon empört. Wusste er was, was ich nicht weiß? Ich hatte großen Respekt vor ihm. In einem Traum erschien er mir mal als der Pate. Sind die Fledermäuse in meinem Leben bedeutsamer als ich denke? Vielleicht steht bei mir der evolutionäre Sprung an und ich weiß es nicht. Denn ich glaube seine DNA kann man nicht nur mit Kreuzung verändern, sondern auch mit seinem Bewusstsein. Wie in dem Film Big Fish. Dort widment ein Mann sein ganzes Leben einen besonders großen, schwer zu fangenden Fisch, um den sich großen Geschichten ranken. Erst der Ehering ist der richtige Köder. Am Ende, alt und kurz vorm Sterben, wird er dann zum Fisch gleitet in Wasser.

Vielleicht sollte ich mich noch mehr in die Fledermäuse reinfinden. In einem Film habe ich mal gesehen (keine Ahnung welcher), wie der Protagonist sich mit Haken an den Schuhen kopfüber an einer Stange aufhängt. Nachahmenswert. Der Kopf wird dabei viel besser durchblutet. Vielleicht könnte man auch so schlafen, so gestreckt.

Noch eine Anekdote aus meiner Kindheit. Die Grundschullehrerin hat mal erzählt, dass wenn man die ganze Zeit überkopf verbringt, sich das Gehirn, weil es plastisch ist, zum Normalzustand, also dass oben wieder oben ist wechselt. Was nicht alles in so einem Hirn hängen bleibt. Da sagt einer, man lernt nichts in der Schule. Und als Kind habe ich mir immer vorgestellt, wie es ist an der Decke zu laufen, wenn die Decke der Boden wäre. Crazy. Ein ungenutztes Terrain ergibt sich da, wenn man der Schwerkraft trotzt. Heute drehe ich nur meine Zigaretten überkopf, also die Klebeseite „verkehrt“ wie gedacht. Ich kann’s einfach nicht anders. Vielleicht steckt in mir mehr Fledermaus als ich gedacht habe.

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